Historie

Vereinsleben


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Bürgermeister Heinrich Moormann überreichte auf dem Kreishöhnkenball 2014 in Dinklage die
Goldene Ehrennadel der Stadt Dinklage an Gerd Meier und Georg Kreutzmann.


hoehnkenball_schild Wie kam es zum Dinklager Höhnkenball?

Im Jahre 1950 machte der aktuelle Vorstand sich Gedanken, das Vereinsleben und die Geselligkeit zu heben. Es entstand die Idee einen Ball durchzuführen, zu dem alle Züchter mit Ihren Ehefrauen, Freunden und Bekannten eingeladen werden sollten.

Man einigte sich auf den Namen „Höhnkenball“. Auf dem Ball wurde ein Höhnkenkönig gewählt. Zu seiner Königin konnte er die eigene Frau, Freundin oder auch gute Bekannte bestimmen. Weiterhin wurden Freunde und Bekannte als Hofstaat mit auf den Thron genommen. Eine Königskette, ein mit Federn geschmückter Hut sowie ein Diadem für die Königin wurden angeschafft. Die Wahl des Königs erfolgte zu später Stunde durch den Vorstand. Bis 1998 konnten nur Vereinsmitglieder Höhnkenkönig werden, danach wurden auch treue Gäste berücksichtigt.

Das Höhnkenkönigspaar wählte sich einen Hofstaat, mit dem es zum nächsten Fest auf den Saal einzog.

Es ist auch Verpflichtung, für das verflossene Jahr, eine Medaille an die Königskette zu heften, welche vom Hofstaat übers Jahr gepflegt und geputzt werden muss.

Der Ball wird bereichert durch eine Tombola, karnevalistische Einlagen, Büttenrednern oder Tanzdarbietungen.

Heute hat der „Höhnkenball“ in Dinklage einen unverzichtbaren Stellenwert und gehört zu den Traditionsveranstaltungen in der Stadt.

Unser Ball findet Jahr für Jahr am 2.Wochenende im Februar statt, seit einigen Jahren verbunden mit einem Kohlessen.

Aus unserm vereinseigenen Höhnkenball entwickelte sich später auf "Kreisverbandsebene Oldenburg-Süd" der Kreishöhnkenball, der auch bei den Nachbarvereinen regen Anklang findet.



Historie


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Gründung
Das offizielle Gründungsjahr datiert aus dem Jahre 1903. Aber alte Zeitungsausschnitte beweisen, dass es schon vorher Aktivitäten hinsichtlich eines Geflügelverein gegeben hat. Laut Protokollbuch reifte im Herbst 1903 in Dinklage die Absicht eine Geflügelausstellung zu veranstalten. Diese Ausstellung war auch gleichzeitig Anlass einen Geflügelzuchtverein zu gründen.
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Am 1. November 1903 schritt man zur Tat. In der konstituierenden Sitzung traten gleich 43 Neumitglieder dem Verein bei. Der Verein gab sich den Namen: „Geflügelverein Reinzucht Dinklage". Als Zweck wird in der Satzung aufgeführt: „Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt die Geflügelzucht zu heben, vor allem aber ein Geflügel heranzuziehen welches neben äußeren Vorzügen auch den größeren Nutzen in sich vereint. Irgendetwas anderes hiermit zu verbinden, z. B. eine Eier-Verkaufsgenossenschaft zu gründen ist unstatthaft, weil das den Satzungen des Vereins zuwider ist".

Der Zweck des Vereins sollte erreicht werden durch:
• Versammlung der Mitglieder zum Austausch von Erfahrungen und Mitteilungen von Vereinsinteressen.
• Wechselseitigem Verkehr mit Vereinen gleichen Strebens.
• Ankauf von Zuchttieren erprobter Rassen und Bruteiern von solchen.
• Anschaffung einschlägiger Bücher und Zeitschriften.
• Abhaltung von Geflügelausstellungen verbunden mit Prämierungen.<;br />
Die klangvollen Namen der vielen verschiedenen Rassen und das recht bunt gefiederte „Geflügel" werden dazu beigetragen haben, dass sich spontan 43 Neumitglieder zum Eintritt in den Verein entschlossen haben
Die Mitgliedschaft erwerben konnte jede unbescholtene Person ab 18 Jahre. Auch Damen waren ausdrücklich als Mitglieder erwünscht, jedoch keine Geflügelhändler. Die Mitgliedschaft war schriftlich zu beantragen. Eine 2/3 Zustimmung in geheimer Wahl der Generalversammlung war für die Aufnahme erforderlich.

Den ersten Vorstand bildeten: Der Präsident, der Schriftführer (stellvertretender Präsident), der Kassierer (stellvertretender Schriftführer) und zwei Beisitzer.
Die Wahl erfolgte mittels Stimmzettel, wobei die absolute Majorität entscheidend war.
Am Gründungstag wurden drei Kommissionen gebildet:
1. Finanzkommission, bestehend aus den Herren: Beckermann, Krapp und B. Barlage
2. Verlosungs-Kommission, bestehend aus den Herren Pille, Finke, und H. Kalvelage
3. Platzkommission, bestehend aus den Herren Fiswick, Hohenhörst und Krapp.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1 Mark festgelegt. Interessant ist ein Blick in die Mitgliederliste der Gründungsversammlung. Es waren nicht die sogenannten „kleinen Leute", wie man vielleicht vermuten würde, sondern u. a. Apotheker Driver, Lehrer Sommer, Hotel-Besitzer Grote (Hotel im Stern), Buchbinder Heinrich Krapp, Förster Diepenbrock, Ferdinand v. d. Wal und Josef Borgmann (Weberei) sowie mindestens 10% die ihren Beruf mit Zeller angegeben hatten.

Positiv sei angemerkt, dass die Mitglieder aus allen Berufen der dörflichen Gemeinschaft in Dinklage zu ihrem neuen Verein standen. Das erste Vereinsjahr konnte mit einem Überschuss von Mark 3,43 abgeschlossen werden, bei Einnahmen von Mark 556,90 und Ausgaben von Mark 553,47. Die größte Summe, nämlich Mark 224,00, resultiert aus dem Verkauf von Losen.
In den Vorstand des ersten Jahres wurden gewählt: Präsident: H. Beckermann, Dinklage; Stellvertreter B. Frye, Bahlen; Kassierer B. Barlage, Dinklage


Die erste Ausstellung fand am 22. November 1903 im Saale der Witwe v. d. Wal in Dinklage statt.

1. Geflügelausstellung 1903
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Im Jahre 1904 wurde die Abhaltung einer Geflügelschau abgelehnt. Die nächste Ausstellung in Dinklage war 1905. 1906 fand eine Verbandsausstellung in Lohne statt. 1907 sollte eine Bezirksschau in Dinklage ausgerichtet werden, die zuvor in Lohne und Quakenbrück stattgefunden hatte. Die Beschickung in Badbergen wurde abgelehnt, da dort Verkaufszwang von mindestens 6,- DM bestand.

Schon im nächsten Jahr stellte Caspar Wittrock den Antrag zwecks Gründung einer Eier-Verkaufs-Genossenschaft. Der Antrag wurde prompt abgelehnt. 1904 besichtigten alle Mitglieder die Geflügelhöfe Pille und kI. Sextro, Langwege. Das Ergebnis wurde vom Mitglied Zeller August Wehage einer Kritik unterzogen. Lt. Protokoll schloss die Versammlung mit einem Hoch auf den Präsidenten in „fideler Stimmung". Bis 1908 liegen die Protokolle lückenlos vor. Sie berichten von wechselnden Besetzungen im Vorstand. Das Vereinslokal war noch immer das Lokal der Witwe v. d. Wal.
Bis 1918 fehlen Protokolle und damit Angaben zum Vereinsleben, was aber nicht besagt, dass der Verein nicht aktiv war. Im Jahr 1919 finden wir das nächste Protokoll, entstanden in der Gastwirtschaft Brebeck (später Hölzen). Schriftführer war Josef Kemme.

Nach dem 1. Weltkrieg
Erst nach dem ersten Weltkrieg 1919 wurde wieder regelmäßig von Vereinstätigkeiten und Ausstellungen berichtet. 1925 fand die Generalversammlung schon in Hölzen's Gasthof statt.
Der Vorstand bestand aus: Josef Kemme - Vorsitzender, Johann Behnen - Kassierer, Josef Beckermann - Schriftführer, Caspar Arkenau und H. Lüske - Beisitzer.
Sicherlich beeinflusst von den politischen Turbulenzen jener Jahre ruhte das Vereinsleben in den Jahren nach 1930. In der Versammlung am 1. Nov. 1933 lautete der 1. Punkt der Tagesordnung: Anschluss an den Verband im Gau Weser-Ems, alle Vereine wurden den Nationalsozialisten unterstellt. Man zog sich diplomatisch aus der Affäre indem der Punkt bis auf weiteres vertagt wurde. Doch die neuen Herren im Reich werden nicht untätig geblieben sein. Schon 1935 schritt man zur Neugründung unter dem Namen: „Geflügelzuchtverein Dinklage". (Der „alte Verein" wurde nie aufgelöst!")

Als provisorischer Vorstand wurden gewählt: Josef Kemme - Vorsitzender, J. Gier - Schriftführer, Johann Behnen - Kassierer.
Der Grund des Neubeginns war das große Interesse an der Rassegeflügelzucht. Es war größer als das Parteiinteresse zumal Dinklage schon seit längerer Zeit eine Hochburg der Geflügelzucht war und auch heute noch ist. Die Richtlinien des Vereins wurden von der Gaufachgruppe jetzt vorgeschrieben. Was bis dahin keinerlei Erwähnung fand kommt 1935 zum Ausdruck, indem auf die Notwendigkeit der Produktionssteigerung hingewiesen wurde. Die Erzeugungsschlacht durch den Reichsnährstand deutete sich an.
1936 errang Josef Kemme auf der II. Deutschen Rassegeflügelschau in Magdeburg den Reichssiegerpokal auf schwarze Italiener. Für die Kriegsjahre 1939 - 1945 liegen Protokolle ohne Besonderheiten vor, lediglich der Mitgliederbestand ist einer besonderen Erwähnung wert, nämlich am 1. 4. 1941 gehörten 512 Mitglieder dem Verein an. Doch nicht züchterisches Interesse war die Ursache, sondern die Zuteilung von verbilligtem Futter und Zuschüssen von Stallbauten an Vereins-mitglieder seitens des Staates. Man war bestrebt, die Erzeugung im eigenen Land zu steigern, um vom Ausland unabhängig zu sein.

Nach dem 2. Weltkrieg
1946 wird der Vorstand neu gewählt, und zwar: Josef Kemme - Vorsitzender, Josef Pölking – Stellvertreter und Johann Behnen - Kassenführer und Schriftführer.
Da sich viele Jugendliche für die Geflügelzucht begeisterten, kam es 1948 zur Gründung einer Jugendgruppe, die zeitweilig über 30 Mitglieder hatte und von Johann Behnen geführt wurde.

Jugendgruppe 1952
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Am 31. Januar 1950 fand in Bünne der erste „gemütliche Abend" des Vereins statt. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren wurde an diesem Abend kräftig gefeiert und man sich einigte sich, dieses Fest in jedem Jahr zu wiederholen. So entstand der traditionelle „Höhnkenball" bei dem im geselligen Miteinander ein Höhnkenkönigspaar gewählt wurde und bis heute Bestandteil unseres Vereinslebens ist. Wegen der Beliebtheit entwickelte sich später auf Kreisverbandsebene aus dem vereinseigenen Höhnkenball zusätzlich der Kreishöhnkenball, auf dem reihum die einzelnen Vereine als Ausrichter dann ihren Kreishöhnkenkönig stellen mussten. Gewählt wurde durch die Vertreter der einzelnen Vereine auf dem jeweiligen Kreishöhnkenball.

In den folgenden Jahren wechselte häufig die Besetzung des Vorstandes. Ab 1962 übernahm bis 1972 Josef Kemmes Sohn Rudolf Kemme (gleichzeitig Preisrichter im LV) die Führung des Vereins. Ab 1972 bis 1976 leitete Helmut Witteriede die Geschicke. Von 1976 bis 1992 ergriff Karl-Heinz Frilling das Ruder.

1978 - 75 Jahre Rassegeflügelzuchtverein
75 Jahre RGZV Dinklage - 1978   Jugendgruppe - 1978 Vorstand - 1978
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Günther Bockhorst leitete ab 1992 bis 2000 den Verein. Ab 2000 bis 2003 übernahm Karl-Heinz Frilling für 3 Jahre das Amt, von dem er ab 2004 bis 2011 von Günther Bockhorst wieder abgelöst wurde. Im Jahre 2011 übernahm Karl-Heinz Frilling erneut den Vorsitz.

Ganz besonders erfreut sich der Verein über Mitglieder die das siebente und achte Jahrzehnt überschritten haben und noch heute auf Geflügelausstellungen präsent sind. Josef Ostendorf wurde 1994, Karl-Heinz Frilling und Karl Fleischer 2007 zum Meister des Landesverbandes ernannt. Auch erfuhren viele Züchter Ehrungen durch den Landesverband und dem Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter.

Karl Fleischer, Karl-Heinz Frilling, Stefan Kruse, Hans Jelen absolvierten die Prüfung zum Preisrichter.
Die gute Zusammenarbeit im Vorstand sorgte für ein festes Zusammenstehen der inzwischen ca. 90 Mitglieder. Auch die Jugend hat einen Aufschwung erfahren, nach dem das Interesse für Tiere und Natur durch technische Angebote nachgelassen hatte.

Das gemeinsame Bemühen um die Aufwärtsentwicklung zeigt sich 1995 durch die Eintragung ins Vereinsregister, ab jetzt nennt sich der Verein „Rassegeflügelzuchtverein Dinklage von 1903 e. V.".
Weiterhin erfreut sich der Verein an vielen spektakulären Erfolgen unser Züchter auf regionalen und überregionalen Ausstellungen und SV Schauen in ganz Deutschland. Besonders erfolgreich waren Karl Fleischer (Hühner und Enten), Hans Jelen (Hühner), Heinrich Blömer (Zwergenten), Christoph Witteriede (Zwerghühner), Stefan Kruse (Zwerghühner) sowie in der Jugend Julian Nachtigal und Katja Kruse (Zwerghühner). Sie erreichten teilweise mehrere hohe Prämierungen, wie Deutsche Meisterschaften, Blaue Bänder oder Siegerbänder.

Mehrere Kreisverbandschauen mit anfangs über 1500 Tieren der verschiedensten Rassen und Farbenschlägen wurden ausgerichtet, welche von Gästen des gesamten Weser-Ems-Gebietes besucht wurden. Im Zusammenhang der jährlichen Lokalschau des Vereins, bildet der samstägliche Züchterabend, unter den Züchtern als „Kraioabend" bekannt, sowie die jährliche „Maifahrt" und der „Höhnkenball" einen nicht verzichtbaren Höhepunkt des Vereinslebens.

2003 - 100 Jahre Rassegeflügelzuchtverein
2003 konnte der Verein in Verbindung der Feierlichkeit zum Kreishöhnkenball mit Kreishöhnkenkönigspaar Franz-Josef und Gertrud Buddelmeyer in Dinklage sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Der Verein bedankt sich bei allen Gratulanten, der Stadt Dinklage, den Nachbarvereinen, den Kreisverband Oldenburg-Süd und Landesverband Weser-Ems der Rassegeflügelzüchter. Zum Jubiläum wurde eine beeindruckende Vereinschronik durch den 2. Vorsitzenden Karl-Heinz Voßmann erstellt.

100 Jahre RGZV Dinklage - 2003
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Bürgermeister Heinrich Moormann würdigte besonders das ehrenamtliche Engagement vieler Vorstands- und Vereinsmitglieder und zeichnete diese mit der goldenen oder silbernen Ehrennadel der Stadt Dinklage aus. Der RGZV Dinklage wünscht sich weiterhin für die Zukunft viele Interessenten und neue Zuchtfreunde. Besonders Jugendliche, die sich mit viel Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein für eine erfolgreiche Rassegeflügelzucht entscheiden.

2011 - 60 Jahre Höhnkenball
Am 12. Feb. 2011 feierte der Rassegeflügelzuchtverein Dinklage seinen 60. Höhnkenball auf dem Saale Susen in Dinklage.

60 Jahre Höhnkenball 1951-2011 Werbeplakat
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Der Vorstand